Ergänzungen

Wir glauben nicht an ein oder mehrere "höhere" Wesen, die "Anderwelten" bewohnen. Hingegen wissen wir um die Existenz von Geistern, "Geistern wie du und ich", mit denen wir ein und dieselbe Welt bewohnen Dies unterscheidet uns markant von Anhängern neopaganistischer ("neu-heidnischer") Kulte, seien diese nun eher keltisch oder germanisch orientiert. ==> Keine "Zweite Natur".


Alle Wesen, solche die gegenwärtig verkörpert sind, die es einmal waren oder noch sein werden, wie auch solche, die es nie waren und nie sein werden, sind Geister. Zu ihnen gehören nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch Gestirne. Unsere Erde lebt, und die Lebewesen bewohnen ihr "Fell", die sog. Biosphäre. Unbelebte Entitäten wie etwa Quellen können von einem Geist bewohnt sein, sind aber keine Geister. Das betrifft auch Flüsse, Berge, Seen und Meere. Produkte menschlicher Arbeit enthalten zwar die Lebensenergie derjenigen, die an den Produkten, in welcher Form auch immer, gearbeitet haben, aber sie sind ebenfalls keine Geister..


Wir missionieren nicht, wir wollen Menschen nicht bekehren. Man kann kein Animist in dem Sinne werden, wie man sich entschließen kann, Mitglied einer politischen Partei oder auch einer Hochreligion zu werden. Vielmehr muß man sich selbst prüfen, ob man in der Lage und bereit ist, nicht-menschliche Lebewesen als gleichwertige Partner zu respektieren und mit ihnen zu kommunizieren. Dies ist meist der Anfang, wie eine Person innerhalb der Zivilisation zum Animismus kommt.


Animist zu sein, bringt keine materiellen Vorteile. Wir verfügen über keine okkulten Interessen oder übernatürliche Fähigkeiten, verbiegen keine Löffel und lassen keine Jungfrauen durch die Luft schweben.


Animisten unterscheiden sich in ihrem Lebenswandel allerdings deutlich von dem solcher Menschen, deren Wirken darin besteht, andere Menschen auszutricksen und auszubeuten, die Naturressourcen zu plündern, über Leichen zu gehen und die Erde zu verwüsten, um ihr dingliches Vermögen zu vermehren, das sie mit dem Tod auf einen Schlag wieder los sind. Sie leben nicht, um sich ganz fremdem Willen zu unterwerfen.


Wir haben keinerlei politische oder ideologische Ziele und planen keine gesellschaftlichen Veränderungen. Wir halten zwar den Weg, den große Teile der Menschheit beschreiten, für verhängnisvoll, aber zu der Einsicht müssen sie selbst gelangen. Wir mischen uns in ihre Bemühungen nicht ein und stellen keine Berater zur Verfügung.


Zur Vorsicht gemahnt haben sicherlich schon viele, manche schon vor Tausenden von Jahren, andere zu Beginn der Industrialisierung oder im 20. Jahrhundert. Sie warnten vor der Unmenschlichkeit, die mit Verdinglichung und Ausbeutung intrinsisch einhergeht: Völkermorde nie gekannter Ausmaße. Ganze Landstriche wurden zuerst entvölkert, dann verwüstet.


Die Menschen in den zivilisierten Gesellschaften sind lernunfähig und beratungsresistent. Aus Katastrophen ziehen sie keine wirklichen Konsequenzen, stattdessen bauen sie die Stadt an derselben Stelle wieder auf, mit starrsinniger Uneinsichtigekit, bis der Vulkan das nächste Mal ausbricht. (Siehe auch den Aufsatz "Globalisierung", der seit 1999 im Internet zu finden ist - unter "Seiten".)